Online-Systematik für den historischen Altbestand (1501-1955) der Staatsbibliothek zu Berlin (Titelanzeige noch unvollständig)
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ARK Sachkatalog (1501-1955)


Historische Bestände zu Asien im Alten Realkatalog (ARK)



Text: Dr. Schubarth-Engelschall

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Inhalt, Struktur und Umfang

Der Katalogteil "Asien" umfasst im Alten Realkatalog (ARK) insgesamt 36 Sachbände, 30 davon in so genannten Lückenkarteien. Für in Folge des Zweiten Weltkrieges verloren gegangene Katalogbände wurden diese Lückenkarteien anhand des noch vorhandenen (ebenfalls von Kriegsverlusten betroffenen) Bestandes angelegt.

Notationsbereich Asien ARK-Bände davon als Lückenkartei
Uk 1 - Uk 7840/1010 Allgemeines · Allgemeines zu den Subkontinenten 4 4
Uk 7845 - Um 2575 Vorderasien 11 11
Um 2606 - Un 1690/60 Mittelasien · Nordasien 2 -
Un 1700 - Un 21853/10 Ostasien 6 6
Uo - Up 4561/50 Südasien 8 6
Up 4562 - Up 11020 Südostasien 5 3


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Erschließung

> Asien
Die Abfolge der Länder innerhalb der Subkontinente läuft prinzipiell von West nach Ost. Die Zuordnung der Länder, Regionen, Provinzen und Orte richtet sich nach den politischen Gegebenheiten der Entstehungszeit des ARK Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts. Dabei ist insbesondere an einigen Stellen die Gliederung nach europäischen Kolonien und Besitzungen zu beachten. Einzelne Katalogteile wurden jedoch bis Mitte des 20. Jahrhunderts den im Laufe der Zeit eingetretenen Veränderungen angepasst. Abfolge der Länder: Länderschlüssel

> Allgemeines · Allgemeines zu den Subkontinenten
Hier sind auch regional übergreifende Titel, insbesondere zum Vorderen Orient sowie ältere Titel zu Ostasien, verzeichnet.

> Vorderasien
Das Gebiet reicht von Kleinasien bis Irak und von den Kaukasusländern bis Arabien. Hier zugeordnet sind auch die alten Hochkulturen bzw. Reiche. Die Systemstelle > Kleinasien (bis 1300) enthält Titel zur Türkei nur zur älteren Zeit, insbesondere Ur- und Frühgeschichte, Antike, Byzanz usw. Innerhalb des Teilgebietes > Arabien befindet sich die Systemstelle > Islam, der hier im Wesentlichen historisch verstanden wird.

> Mittelasien · Nordasien
Das Gebiet reicht von Aserbaidshan über Iran und Mittelasien bis zum sibirischen Fernen Osten. Zoroaster, Parsismus und Baha'i sind an der Systemstelle > Iran · Persien · Aserbaidshan > Religion zu finden.

> Ostasien
Ältere Literatur zu Ostasien insgesamt ist im Katalogteil Asien auch bei > Allgemeines · Allgemeines zu den Subkontinenten zu finden. Werke über Korea, die Mandschurei, die Mongolei und Tibet wurden erst nach 1935 an selbständigen Systemstellen verzeichnet, bis dahin jedoch dem Teilkatalog > China zugeordnet.

> Südasien
Ist vom Gebiet Südostasien zu unterscheiden, beinhaltet also im wesentlichen Vorderindien mit Pakistan, dem Himalaya und den anliegenden Inseln. Innerhalb des Teilkataloges > Indien · ... > Religion sind Werke zu Hinduismus, Buddhismus, Kasten sowie weiteren Glaubensrichtungen zu finden.

> Südostasien
Umfasst die Länder des hinterindischen Subkontinents sowie den gesamten indischen Archipel und die Inseln des östlichen Indischen Ozeans.



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Literatur über Asien in anderen Katalogteilen


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Bestandsbeschreibung

Es dürfte nicht viele europäische National- bzw. Staatsbibliotheken geben, die bereits bei ihrer Gründung Literatur über asiatische Länder und in orientalischen Sprachen besaßen. Zu ihnen gehört die Staatsbibliothek zu Berlin. Der "Große Kurfürst" Friedrich Wilhelm von Brandenburg (1620 - 1688), der sein politisches Interesse auch auf Asien gerichtet und nach holländischem Vorbild eine Ostindische Handelskompanie gegründet hatte, förderte aus diesem Grunde orientalistische Studien im eigenen Land und sorgte dafür, daß Literatur über Asien und in asiatischen Sprachen zum Bestand seiner Hofbibliothek gehörte, aus der die heutige Staatsbibliothek zu Berlin hervorging.

In der fast 350-jährigen Geschichte der Bibliothek wurde diese Sammeltätigkeit planmäßig fortgesetzt, erstreckte sich jedoch nicht nur auf gedruckte Werke, sondern in hohem Maße auf orientalische Handschriften, denen wegen des erheblich späteren Beginns des Buchdrucks in den asiatischen und afrikanischen Ländern eine bis in die Gegenwart hinein wesentlich größere Bedeutung als wissenschaftliche und literarische Quellen zukommt als den abendländischen Handschriften. (s.a. Beschreibung des Katalogteils Orientalische Sprachen)

Die Erweiterung der asiatischen Sammlung der Bibliothek folgte im Wesentlichen den Fortschritten der europäischen Weltkenntnis und den ihnen meist zugrunde liegenden politischen, ökonomischen und anderen Interessen sowie - namentlich seit dem 19. Jahrhundert - der Entwicklung der wissenschaftlichen Orientalistik. Der Bestand erlaubte zu jeder Zeit einen allumfassenden Überblick über die jeweilige Kenntnis der Länder, Völker und Kulturen Asiens von Kleinasien bis Japan und von Sibirien bis zum Malaiischen Archipel.

Ausgehend von der Klassischen Antike als humanistischem Bildungsideal und den theologischen Studien zum Alten und Neuen Testament lag der anfängliche Schwerpunkt der Sammlung auf dem Orient im Sinne des Nahen Ostens. Hinzu traten aus handelspolitischen und später auch linguistischen (z.B. durch indogermanische Sprachbeziehungen) Interessen Südasien bzw. "Indien" im weitesten Sinne. Der Ferne Osten kam als Drittes hinzu, blieb aber infolge der sprachlich schwerer zugänglichen Quellen stets eine Angelegenheit von Spezialisten (Sinologen, Japanologen usw.). Die Gebiete Zentral- und Südostasiens sowie Sibiriens erlangten hauptsächlich erst im 20. Jahrhundert erhöhte Aufmerksamkeit.

Mit dem Jahre 1919 gingen Erwerbung und Katalogisierung der auf Asien bezüglichen Literatur an die neu gegründete Orientalische Abteilung (heute: Orientabteilung) über. Deren Aufgabe bestand zwar primär in der Sammlung und Erschließung einschlägiger Handschriften. Sinnvollerweise erfolgte jedoch auch die Anschaffung der dazu erforderlichen gedruckten Sekundärquellen im Rahmen der immer zahlreicher werdenden Sach- und Fachliteratur, deren Inhalt zunehmend den Charakter des "Exotischen" hinter sich ließ.

Anfang der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts, d.h. vor Beginn der kriegsbedingten Evakuierung, belief sich die Sammlung auf schätzungsweise 31.000 Werke (genaue Bestandsangaben liegen nicht vor), so dass einschließlich der zwischen 1945 und 1955 erworbenen Neuerscheinungen von rund 35.000 verzeichneten Titeln im Teil "Asien" des Alten Realkatalogs (ARK) ausgegangen werden kann.

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Verluste durch den Zweiten Weltkrieg

Während und in der Folge des Zweiten Weltkrieges erlitt die Asien-Sammlung im Vergleich zu anderen Teilen des Bibliotheksbestandes relativ geringe Verluste. Wenn man die nach 1945 einigermaßen erfolgreiche antiquarische Wiederbeschaffung verlorener Werke berücksichtigt, darf man einen Verlust von rund 25% annehmen, was etwa 8500 Werken entspricht, die zwar im Katalog verzeichnet wurden, aber in der Bibliothek heute nicht mehr greifbar sind. Ein großer Teil der Sachbände des Katalogs "Asien" zählt zu den Kriegsverlusten, so dass die Rekonstruktion der Systematik an diesen Stellen nicht vollständig möglich ist.

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